Liebessprache verstehen: Warum Beziehungen an der Übersetzung scheitern und nicht an der Liebe

5 Sprachen der Liebe Benjamin Schwend Emotionscoach

Liebessprachen verstehen: Warum Beziehungen an der Übersetzung scheitern und nicht an der Liebe

Menschen erleben und zeigen Liebe auf unterschiedliche Weise.
Der Paartherapeut Gary Chapman beschrieb dieses Phänomen in seinem Modell der fünf Liebessprachen:

  1. Worte der Liebe

  2. Gemeinsame Qualitätszeit

  3. Geschenke

  4. Hilfe & Unterstützung

  5. Körperliche Berührung

👉 Beziehungen sind dann besonders stabil und zufriedenstellend, wenn Partner die primäre Liebessprache des anderen kennen und bewusst nutzen.

💡 Methodik:

An der Untersuchung nahmen 100 heterosexuelle Paare teil,
deren Beziehungen zwischen 6 Monaten und 24 Jahren bestanden.

Unabhängig voneinander gaben die Partner an:

  • wie sie ihre Liebe bevorzugt ausdrücken

  • wie sie Liebe am liebsten empfangen

  • wie zufrieden sie mit ihrer Beziehung und Sexualität sind

Anschließend wurde analysiert,
wie gut die gelebte Liebessprache mit den Bedürfnissen des Partners übereinstimmt.

💡 Zentralen Ergebnisse:

Die häufigste bevorzugte Liebessprache war Qualitätszeit (42 %),
gefolgt von körperlicher Berührung (29 %),
Unterstützung (14 %),
Worten der Liebe (13 %) und
Geschenken (2 %).

• Menschen zeigen Liebe häufig so, wie sie sie selbst gerne empfangen würden –
nicht automatisch so, wie der Partner sie braucht.

Je größer die Diskrepanz zwischen gewünschter und empfangener Liebessprache,
desto niedriger war die Beziehungs- und sexuelle Zufriedenheit.

• Besonders wichtig:
Nicht nur das Empfangen der eigenen Liebessprache erhöht Zufriedenheit,
sondern auch das Gefühl, die Liebessprache des Partners aktiv zu sprechen.

💡 Diskussion:

Die Studie liefert klare empirische Unterstützung für Chapmans Modell.
Beziehungszufriedenheit entsteht dort, wo Liebe nicht nur gefühlt, sondern passend vermittelt wird.

Es geht nicht um „mehr Liebe“, sondern um die richtige Form.

🧠 Praxistransfer:

Die Ergebnisse legen nahe, dass:

  • das bewusste Erkennen der Liebessprachen

  • und deren gezielte Anpassung

eine wirksame, niederschwellige Intervention zur Verbesserung von Beziehungen darstellt.

Das Modell eignet sich nicht nur für Paarberatung, sondern auch hervorragend zur Selbstreflexion und Alltagsintegration.

👉 Beziehung beginnt dort, wo Liebe verstanden wird und nicht nur gemeint.

Quelle:

Mostova, O., Stolarski, M., & Matthews, G. (2022). I love the way you love me: Responding to partner’s love language preferences boosts satisfaction in romantic heterosexual couples.

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